Von Anfang an waren bei Media Tenor professionell ausgebildete Analysten für die Medienanalyse verantwortlich. Obwohl viel Geld in die Forschung über künstliche menschliche Intelligenz investiert wurde und wird, gibt es nach wie vor noch keine Software, die mit dem Associationsvermögen des menschlichen Gehirns konkurrieren kann. Softwareanalyse spart vielleicht Kosten. Doch die digital erzeugten Daten sind nicht präzise genug, um Textzusammenhänge wiedergeben zu können, geschweigedenn daß auf Basis dieser Daten die Agenda Setting Theorie eingesetzt werden könnte oder Reputations-Risiken zu erforschen. Media Tenor selber ist in Partnerschaft mit diversen Universitätsprojekten im Rahmen der KI sowie Anwendern in der Wirtschaft, um an der Weiterentwicklung von Software zu arbeiten - dennoch setzt das Forschungsinstitut für seine eigene Arbeit wie auch Projekte mit Partnern diese Software insbesondere auf dem Gebiet der Internet-Analyse allein für den Bereich der Text-Findung ein, sicher nicht für die tatsächliche Inhaltsanalyse.
Menschliche Inhaltsanalyse gegenüber Software gestützer Inhaltsanalyse
1. Internationale Medienanalyse: Muttersprachler, die mit den historischen, politischen und kulturellen Hintergründen vertraut sind, generieren äußerst verlässliche und qualitativ hochwertige Daten. |
1. Internationale Medienanalyse: Wenn eine Softwareanalyse über mehrere Sprachen und Kulturen hinweg durchgeführt wird, kommt es zwangsläufig zu Ungenauigkeiten. Die Software funktioniert nur in einer begrenzten Auswahl von Sprachen, und automatische Übersetzungen sind unzuverlässig. Software kann außerdem keine kulturellen Aspekte auswerten. Folglich sind nur sehr eingeschränkte Analysen möglich. |
2. Von Menschen durchgeführte Analysen sind konsistent, da sie offenlegen, wie die Ergebnisse zustande kamen. Intercoder-Reliabilitätstest werden beim Media Tenor auf Quartalsbasis durchgeführt und im Forschungsbericht publiziert. |
2. Softwareanalyse führt zu schwer nachvollziehbaren Messwerten, da Software die Details der Analyse nicht offenlegt. |
3. Kein Problem mit speziellen Ausdrucksformen. |
3. Software kann weder Ironie noch Symbolik, Metaphern oder Umgangssprache, Satire oder Sarkasmus verstehen. |
4. Wenn neue Themen, Quellen, Medien etc. auftauchen, legen Analysten tagesaktuell neue Codes im System an und informieren die Researcher. |
4. Softwareanalyse erkennt keine Texte und Worte, die nicht im Software-Wörterbuch vorkommen. Sie werden einfach weggelassen. Sollten neue Themen aufkommen, müssen erst einmal Programmierer aufwendig die neuen Termini eingrenzen, programmieren etc. |
5. Analysten haben weder mit relationaler noch mit konzeptioneller Analyse Probleme. |
5. Software kommt nur mit konzeptionellen Analysen zurecht, d. h. sie sucht und zählt Stichworte. Besonders fortgeschrittene Software führt begrenzte relationale Analysen durch. |
6. Jede einzelne Information wird codiert und in die Analyse einbezogen. Nur mit diesem Ansatz ist Agenda Setting-Forschung möglich. |
6. Informationen über Kunden und Analysethemen fließen ein. Die restlichen Informationen, die auf die Öffentlichkeit einwirken, fallen unter den Tisch. |
7. Die Analysen nehmen viel Zeit in Anspruch, haben aber eine hohe Qualität. Je mehr Analysten angestellt werden, desto schneller geht es. |
7. Obwohl Software das menschliche Urteil nicht ersetzt, kann sie den Forscher dabei unterstützen, eine großes Datenpaket schnell zu bearbeiten. |
8. Analysten sind flexibel und können sich schnell auf Neues einstellen, da sie jeden Tag für neue Themen ausgebildet werden. |
8. Software ist weniger flexibel, da sie neu programmiert werden muss, um neue Themen zu behandeln. |
9. Alle Texte werden auf der Grundlage eines Kodierbuchs kodiert, das die tägliche Realität widerspiegelt. Medienwirkungsforschung und das Festlegen einer Wahrnehmungsschwelle sind deshalb möglich. |
9. Software erfasst nicht alle Informationen. Es ist deshalb unmöglich, mit ihrer Hilfe die Wahrnehmungsschwelle festzulegen oder den Einfluss bestimmter Themen auf die Reputation zu analysieren. |
10. Der Text wird von professionell ausgebildeten Analysten ausgewertet. |
10. Automatische Inhaltsanalyse stellt willkürliche Verbindungen zwischen Worten und Sätzen her. |
11. Der Text wird zu 100 Prozent ausgewertet, da alle Artikel gelesen und richtig verstanden werden. |
11. Automatische Ansätze zum Filtern von Informationen, die auf dem Vorhandensein bestimmter Stichworte beruhen, werden durch fehlendes Textverständnis stark eingeschränkt. |
| Beratung und Forschung stützen sich auf hochwertige, von Analysten kodierte Daten. | Beratung stützt sich auf Software-generierte Ergebnisse. |
Literatur:
M. R. Lissack, A New Twist for Content Analysis
K. Neuendorf, The content analysis guidebook
W. Lawrence Neuman, Social Research Methods
C. Newbold, O.Boyt-Barett & Van Den Bulck, The media book
K. Krippendorff, Content Analysis – an introduction to its methodology
W. Evans, Computer-Supported Content Analysis: Trends, Tools, and Techniques